Hallo ihr Lieben,
ich bin Mutter von 3 Jungs 2016,2019,2021.
Alle Zahlen eher zu der Variante sehr lebhaft, sehr laut, immer in Aktion.
Immer wieder komme ich an den Rand meiner Belastungsgrenze.
Unsere größten Schwierigkeiten ergeben sich aus der Dynamik, die 3 schaukeln sich extrem gegenseitig hoch.
Bei uns passiert regelmäßig, dass Möbel kaputt gemacht werden, Sand und Erde im Wohnzimmer landen, kaugummies an die unmöglichsten stellen geklebt werden, pflanzen von fliegenden Sofa Kissen getroffen werden, Bettwäsche immer und immer wieder durch ganze Haus geschleppt wird....ich könnte ewig so weiter machen.
Regeln werden oft übergangen, was in anderen Familien selbstverständlich ist muss bei uns wortreich diskutiert werden.
Nach inzwischen 8 Jahren Mutterschaft empfinde ich es als große Anstrengung nie abschalten zu können, immer warte ich auf die nächste Aktion in die ich einschreiten muss. Entspannung ist zu Hause kaum möglich. Mein Mann und ich teilen uns die Care Arbeit 50/50 auf, ihm geht es ähnlich. Wobei es ihm tendenziell leichter fällt das Chaos zu ertragen und auszublenden, zumindest für den Moment.
Ich Frage mich oft, ob wir an irgendeinem Punkt erzieherisch einfach versagt haben, oder ob so das Leben mit 3 Jungs ist. Beides wird mir regelmäßig von meinem Umfeld gesagt.
Und ganz unabhängig vor der Ursache würde ich unseren Alltag so gern etwas entspannter gestalten.
Ich glaube die Fragestellung ist zu schwammig um wirklich einen Lösungsansatz zu finden, aber vll ist jemand in einer ähnlichen Situation und kann Ratschläge geben.
Danke schonmal.
Eure Sarah
Hallo liebe Sarah,
dein Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber ich bin heute zum ersten Mal auf diese Seite gestoßen und hoffe sehr auf einen Austausch mit anderen Eltern, die vielleicht ähnliche Erfahrungen machen.
Ich bin Mama von zwei sehr aktiven Jungen im Alter von fünf und vier Jahren. Ehrlich gesagt möchte ich mir gar nicht vorstellen, wie es mit drei Kindern wäre.
Oft habe ich das Gefühl, dass wir überall die Familie sind, die auffällt: die lautesten Kinder, die meisten Konflikte, die größten Herausforderungen. Nach außen wirkt es wahrscheinlich manchmal so, als wären unsere Kinder schlecht erzogen. Dabei geben wir als Eltern wirklich jeden Tag unser Bestes und haben deutlich mehr Strukturen und Regeln im Alltag als viele andere Familien, die wir kennen.
Trotzdem geraten viele Situationen immer wieder außer Kontrolle. Es gibt ständige Streitereien, Futterneid, gegenseitiges Hochschaukeln, aus Spaß wird innerhalb von Sekunden Ernst, es wird geschrien, gerangelt und häufig geht auch etwas kaputt. Beide Kinder wollen den anderen übertreffen und übertönen. Besonders schwierig sind die Abendstunden. Die Einschlafbegleitung dauert oft sehr lange und wir müssen die Kinder mittlerweile sogar in getrennten Räumen zur Ruhe bringen, weil sonst überhaupt keine Entspannung möglich ist.
Unser älterer Sohn ist fünf Jahre alt und bei ihm steht aktuell vermutlich die Diagnose „hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens“ im Raum. Wir befinden uns noch in der Diagnostik bzw. weiteren Abklärung. Einen Ergotherapieplatz suchen wir seit längerer Zeit, doch leider sind die Wartelisten enorm lang und freie Plätze kaum zu finden.
Unser jüngerer Sohn ist vier Jahre alt und orientiert sich natürlich stark an seinem großen Bruder. Dadurch übernimmt er leider auch viele Verhaltensweisen, was die Situation zusätzlich erschwert.
Ich selbst arbeite in einem recht anspruchsvollen Beruf, der viel Konzentration erfordert. Deshalb trägt mein Mann momentan den größten Teil der Kinderbetreuung. Er übernimmt fast alleine das Bringen und Abholen aus dem Kindergarten sowie einen Großteil der Nachmittagsgestaltung. Die Betreuung unserer Kinder ist für uns jedoch oft deutlich anstrengender als jeder Arbeitstag. Mein Mann musste sogar seinen vorherigen Job aufgeben, weil die Spätschichten mit unserer Familiensituation irgendwann nicht mehr vereinbar waren.
Wir haben bereits viele Hilfen und Unterstützungsangebote in Anspruch genommen. Es gibt Logopädie, da auch sprachliche Schwierigkeiten bestehen. Einmal pro Woche besuchen beide Kinder die Musikschule, was ihnen sehr guttut und sie zumindest zeitweise etwas zur Ruhe bringt.
Außerdem verbringen wir sehr viel Zeit draußen. Täglich sind wir mehrere Stunden an der frischen Luft, auf Spielplätzen, im Wald oder in der Natur unterwegs. Nach dem Mittagsschlaf geht es meistens noch einmal nach draußen. Wir achten bewusst auf Bewegung, Abwechslung, Struktur und ausreichend Möglichkeiten zur Erholung.
Das Problem ist allerdings, dass echte Erholung für unsere Kinder kaum möglich scheint. Sie kommen selten wirklich zur Ruhe. Einfach mal einen Film anschauen oder eine ruhigere Beschäftigung ausüben funktioniert nur sehr begrenzt. Sie langweilen sich schnell oder wirken eher überreizt als entspannt.
Eine Sache, die erstaunlich gut klappt, ist das Malen mit Wasserfarben. Beide Kinder lieben es, kreativ zu sein, und können sich dabei für eine gewisse Zeit konzentrieren. Das anschließende Chaos nehmen wir dafür gerne in Kauf. Leider hält diese Ruhe meist nur etwa eine halbe Stunde an, bevor wieder die nächste wilde Spielphase beginnt – mit Toben, Raufen, Ärgern, Schreien und jeder Menge Energie.
Was die Situation zusätzlich erschwert: Wir haben keinerlei familiäre Unterstützung. Keine Großeltern in der Nähe, keine regelmäßige Entlastung und keine Möglichkeit, die Kinder zwischendurch einmal abzugeben. Wir stemmen den Alltag komplett alleine.
Deshalb möchte ich einfach einmal in die Runde fragen:
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Was hat euch im Alltag geholfen? Welche Therapien, Strategien oder Angebote haben bei euren Kindern einen positiven Unterschied gemacht?
Wir sind wirklich offen für jede Anregung. Unser größter Wunsch ist es, den Familienalltag für alle etwas entspannter zu gestalten und unseren Kindern trotz ihrer Herausforderungen einen möglichst guten Start in die Schulzeit zu ermöglichen.
Vielen Dank fürs Lesen. ❤️
Liebe Grüße
Mama von 2 und ihre wilde Jungsbande 😊
Hallo du liebe,
Ja Wahnsinn, ich hatte dieses Forum schon fast wieder vergessen. Es war extrem spannend meinen alten Beitrag zu lesen und deinen neuen.
Ich kann mir richtig gut vorstellen wie ihr euch fühlt. Noch heute habe ich oft den Eindruck unsere Familie wird genau mit dem Blick angeschaut, den du beschreibst.
Ich würde sagen wir sind inzwischen einen Schritt weiter gekommen und die Schwierigkeiten von damals haben sich etwas abgewandelt.
Inzwischen besteht unser Alltag aus Planung, Planung und nochmehr Planung. Es ist irres Management das Zusammenleben von 5 Personen zu organisieren, aber ich muss sagen, es ist emotional nicht mehr so belastend wie damals.
Woran es liegt? Ich glaube ein großer Teil ist das Alter der Kinder. Der Wahnsinn hat etwas abgenommen, wobei es immer noch extrem wild und körperlich zugeht. Mein Mann und ich haben uns nochmal anders, gemeinsam aufgestellt und arbeiten mehr an unserer Beziehung, und ich bin inzwischen in einer tollen systemischen Therapie. Für mich die perfekte Mischung aus Erziehungsberatung und Ursachenforschung in Kombination mit der Bearbeitung der Frage wie ich in diesem ganzen System wertvoll sein kann ohne mich zu verlieren. Das bringt mir wahnsinnig viel.
Gerade ohne Unterstützung von außen, die haben wir leider auch nicht, ist es verdammt schwierig. Welchem Babysitter kann und will man die Kinder überlassen und ist es das dann wert? Wir nehmen uns mittlerweile gezielt vormittags mal frei und verbringen ein paar Stunden gemeinsam, in den die Jungs in Kiga und Schule sind.
Ich finde das was ihr tut klingt nach verdammt viel und meine Erfahrung mit einem ADHS und einen Epilepsie Kind ist, das zusätzliche Therapien bei den Kindern gut und wichtig sind, die Auswirkungen auf unser Familienleben aber relativ gering waren.
Ganz grundsätzlich hat es mir sehr geholfen zu akzeptieren, dass die Jungs sehr körperlich und laut sind, ich aber nicht eingreifen und in Alarmbereitschaft sein muss. In den.meisten Fällen passiert nicht dramatisches und aufhören werden sie nicht, auch wenn ich noch so viel auf sie einrede.
Soweit erstmal ein paar Gedanken auf dem Heimweg von der Arbeit.
Bis bald.
Sarah
Hallo MamaVon2Jungen,
willkommen im Elternforum der bke-Onlineberatung. Mein Nickname ist bke-Stephan-Bäcker und ich gehöre hier zum Moderationsteam.
Ich kann mir gut vorstellen, wie anstrengend es manchmal bei Ihnen sein muss. Zwei Racker in diesem Alter sind vermutlich in keiner Familie einfach. Tatsächlich werfen vermutlich nur Sie sich vor, dass Ihre Kinder nicht gut erzogen werden? Denn das was Sie schreiben zeigt: Sie kennen Ihre Jungs gut, die schönen und die anstrengenden Seiten. Sie suchen Unterstützung, bei einem Kind läuft gerade eine Untersuchung. Suchen hier den Austausch, teilen sich die Erziehungsverantwortung als Eltern.
Besonders gut gefällt mir, dass Sie viel mit den Kindern draußen sind, dass Sie sich freuen, dass sie kreative Seiten haben und diese fördern.
Was mich interessiert (und das ist eine schwere Frage, wenn es gerade so heftig ist): Was tun Sie für sich? Sie haben keine Verwandte, aber gibt es "Babysitter" die für kleine Auszeiten sorgen können? Würden Sie sich trauen, sich darum zu kümmern?
Ich greife mir mal einen Situation heraus, die Einschlafbegleitung: Vielleicht würde es sich lohnen, sich diese zusammen mal näher anzuschauen. Das geht hier im Forum oder auch in einer Einzelberatung. Können Sie sich das vorstellen?
Und natürlich würde es mich sehr freuen, wenn auch andere Eltern sich hier beteiligen würden.
Ihnen schicke ich viele Grüße
bke-Stephan-Bäcker
Hallo liebe Sarah,
dein Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber ich bin heute zum ersten Mal auf diese Seite gestoßen und hoffe sehr auf einen Austausch mit anderen Eltern, die vielleicht ähnliche Erfahrungen machen.
Ich bin Mama von zwei sehr aktiven Jungen im Alter von fünf und vier Jahren. Ehrlich gesagt möchte ich mir gar nicht vorstellen, wie es mit drei Kindern wäre.
Oft habe ich das Gefühl, dass wir überall die Familie sind, die auffällt: die lautesten Kinder, die meisten Konflikte, die größten Herausforderungen. Nach außen wirkt es wahrscheinlich manchmal so, als wären unsere Kinder schlecht erzogen. Dabei geben wir als Eltern wirklich jeden Tag unser Bestes und haben deutlich mehr Strukturen und Regeln im Alltag als viele andere Familien, die wir kennen.
Trotzdem geraten viele Situationen immer wieder außer Kontrolle. Es gibt ständige Streitereien, Futterneid, gegenseitiges Hochschaukeln, aus Spaß wird innerhalb von Sekunden Ernst, es wird geschrien, gerangelt und häufig geht auch etwas kaputt. Beide Kinder wollen den anderen übertreffen und übertönen. Besonders schwierig sind die Abendstunden. Die Einschlafbegleitung dauert oft sehr lange und wir müssen die Kinder mittlerweile sogar in getrennten Räumen zur Ruhe bringen, weil sonst überhaupt keine Entspannung möglich ist.
Unser älterer Sohn ist fünf Jahre alt und bei ihm steht aktuell vermutlich die Diagnose „hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens“ im Raum. Wir befinden uns noch in der Diagnostik bzw. weiteren Abklärung. Einen Ergotherapieplatz suchen wir seit längerer Zeit, doch leider sind die Wartelisten enorm lang und freie Plätze kaum zu finden.
Unser jüngerer Sohn ist vier Jahre alt und orientiert sich natürlich stark an seinem großen Bruder. Dadurch übernimmt er leider auch viele Verhaltensweisen, was die Situation zusätzlich erschwert.
Ich selbst arbeite in einem recht anspruchsvollen Beruf, der viel Konzentration erfordert. Deshalb trägt mein Mann momentan den größten Teil der Kinderbetreuung. Er übernimmt fast alleine das Bringen und Abholen aus dem Kindergarten sowie einen Großteil der Nachmittagsgestaltung. Die Betreuung unserer Kinder ist für uns jedoch oft deutlich anstrengender als jeder Arbeitstag. Mein Mann musste sogar seinen vorherigen Job aufgeben, weil die Spätschichten mit unserer Familiensituation irgendwann nicht mehr vereinbar waren.
Wir haben bereits viele Hilfen und Unterstützungsangebote in Anspruch genommen. Es gibt Logopädie, da auch sprachliche Schwierigkeiten bestehen. Einmal pro Woche besuchen beide Kinder die Musikschule, was ihnen sehr guttut und sie zumindest zeitweise etwas zur Ruhe bringt.
Außerdem verbringen wir sehr viel Zeit draußen. Täglich sind wir mehrere Stunden an der frischen Luft, auf Spielplätzen, im Wald oder in der Natur unterwegs. Nach dem Mittagsschlaf geht es meistens noch einmal nach draußen. Wir achten bewusst auf Bewegung, Abwechslung, Struktur und ausreichend Möglichkeiten zur Erholung.
Das Problem ist allerdings, dass echte Erholung für unsere Kinder kaum möglich scheint. Sie kommen selten wirklich zur Ruhe. Einfach mal einen Film anschauen oder eine ruhigere Beschäftigung ausüben funktioniert nur sehr begrenzt. Sie langweilen sich schnell oder wirken eher überreizt als entspannt.
Eine Sache, die erstaunlich gut klappt, ist das Malen mit Wasserfarben. Beide Kinder lieben es, kreativ zu sein, und können sich dabei für eine gewisse Zeit konzentrieren. Das anschließende Chaos nehmen wir dafür gerne in Kauf. Leider hält diese Ruhe meist nur etwa eine halbe Stunde an, bevor wieder die nächste wilde Spielphase beginnt – mit Toben, Raufen, Ärgern, Schreien und jeder Menge Energie.
Was die Situation zusätzlich erschwert: Wir haben keinerlei familiäre Unterstützung. Keine Großeltern in der Nähe, keine regelmäßige Entlastung und keine Möglichkeit, die Kinder zwischendurch einmal abzugeben. Wir stemmen den Alltag komplett alleine.
Deshalb möchte ich einfach einmal in die Runde fragen:
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Was hat euch im Alltag geholfen? Welche Therapien, Strategien oder Angebote haben bei euren Kindern einen positiven Unterschied gemacht?
Wir sind wirklich offen für jede Anregung. Unser größter Wunsch ist es, den Familienalltag für alle etwas entspannter zu gestalten und unseren Kindern trotz ihrer Herausforderungen einen möglichst guten Start in die Schulzeit zu ermöglichen.
Vielen Dank fürs Lesen. ❤️
Liebe Grüße
Mama von 2 und ihre wilde Jungsbande 😊
Hallo Sarah,
das hört sich richtig gut an. Manchmal hilft es ja wirklich einfach mal alles aufzuschreiben, um dann neue positive Energiereserven zu nutzen und neue Ideen zu entwickeln.
Die Idee mit dem Paarzeit-Vormittag ist toll! Bei mir geht das leider nicht alle paar Wochen, aber es finden sich bestimmt andere Möglichkeiten für uns. Ich nehme die Idee gerne mit.
Zu deiner Frage als Paar:
Es ist natürlich herausfordernd, wir haben ja nicht mal Zeit in Ruhe zu sprechen da auch die Abende/Nächte zu 90% unruhig sind und wir oft hoch müssen um einen der Jungs beiszustehen.
Ich empfinde uns aber als richtig gutes Team.Wir sprechen alles offen an und auch was wir uns wünschen, gerade brauchen und versuchen uns das auch weitestgehend zu ermöglichen.Leider ist es dann bei uns beiden dass wir dem anderen nicht das „Chaos“ alleine überlassen möchten und beschränken Verabredungen usw. auf eine kurze Zeit. Wir lachen viel zusammen und geben uns Halt.
Familie zu haben ist das wichtigste Netzwerk finde ich. Ich bin ein totaler Familienmensch.Meine Eltern sind in der Nähe und meine Schwestern auch (die eine mit zwei Kindern die andere ohne).
Wie du aber auch von euch berichtest, ist es nicht so leicht auf dieses Netzwerk zurückzugreifen. Jeder hat seinen Alltag, seine Verpflichtungen und Termine.
Meine Eltern versuchen einmal die Woche einen Oma/Opa Tag zu machen. Dann holen sie die Enkel ab.Das hat jetzt zweimal auch mit allen dreien geklappt. Zum einen ist es aber mein Konferenztag, das mussten wir arbeitstechnisch so lösen, dann ist es für meine Eltern auch eine Herausforderung mit allen Dreien und sie sind dann sehr gefordert und erschöpft. Die knapp halbe Stunde Fahrt ist da auch nicht hilfreich. Die Jungs haben auch vor zwei Wochen alle das erste Mal bei meinen Eltern geschlafen, das war wunderbar.Wir wussten garnicht was wir zuerst machen wollen und wie wir die Zeit nutzen 😅 Ging euch das auch so?
Am nächsten Morgen waren meine Eltern aber auch echt durch.
Für ab und zu aber goldwert!
Wir hatten auch mal eine Babysitterin da, die konnte sich das nicht vorstellen mit drei Kindern und so klein. Wir hätten sie gerne tagsüber am We gehabt, da wir am und im Haus noch vieles machen müssen, einen riesen Garten haben der uns übern Kopf wächst und auch sonst toll wäre mal auf eine andere Person zurückgreifen zu können.
Es ist auch ehrlicherweise ein Kostenfaktor. Deshalb machen wir hier auch alles selber und haben nach zwei Jahren endlich die zwei letzten Kinderzimmer fertig.
Da fällt mir noch zu eurem Aufräumen und „Chaos“ ein: wir haben die Zimmer nach Themen aufgeteilt. Klar, hat jeder seine Sachen vom Geburstag und spezialinteressen und gestaltungswünsche im Zimmer, sie dürfen sich auch immer dahin zurückziehen, aber bei dem einen ist alles von lego, der andere hat playmobil und Autoteppich im Zimmer, der kleinste Verkleidung, und Küche. Duplo und große Autos sind im
wohnzimmer. So Highlights sind auf dem Dachboden und werden immer nur mal wieder im
wechsel runtergeholt. Wir haben natürlich auch immer wieder alle sofakissen auf dem Boden, Höhlen gebaut, Abenteurer die ein Lager mit nem Berg von Equipment irgendwo hinschleppen. Aber wir haben es ein paar mal durchgezogen und den Jungs schon vorab gesagt: ihr dürft gerne ein Lager bauen, aber wenn ihr das jetzt alles von unten nach oben schleppt und Chaos macht, räumt ihr das nachher mit auf. Das haben sie dann im extremen Ausmaßen nicht mehr gemacht😂 Wir haben auch richtig viel Spielzeug weitergegeben. Das tat gut und man merkt: sie brauchen und bespielen wirklich auch wenige Sachen.
ansonsten ist es dadurch viel schneller wieder ordentlich beim
aufräumen (sind auch sehr praktisch und entspannt mit dem Haushalt🤗) und auch stressfreier.
Ich weiß nicht ob es bei euch möglich wäre, wie das in dem Alter noch so geht mit „Themenräumen“ (obwohl der Große viel in seinem Zimmer ist und auch gerne mal die Tür zu macht). Dann dürfen die anderen sich eine Kiste Lego z.B. mit an den Tisch unten nehmen. Wir schicken sie dann aber sobald sie nicht mehr damit spielen sofort wieder damit hoch.
was aber auch immer schwierig und gerade ein Schwerpunktthema bei uns ist: allen gerecht zu werden.Wie macht ihr das?alle haben ja andere Bedürfnisse und Interessen.
Der Kleinste nimmt sehr viel Raum ein und dadurch dass er gerne allen möglichen Quatsch macht, er ja auch erst zwei ist und man ihn nicht aus den Augen lassen kann, ist mindestens eine Person gebunden.
Der Große hat abends oftmals mal noch kurz Zeit mit einem von uns weil er separat was Vorgelesen bekommt, später ins Bett geht und man mit ihm noch ein Spiel spielen kann oder Lego baut. Er ist allerdings auch der erste der hintenüberfällt wenn einer von uns Eltern abends einen Termin hat.Da er ja Hörbuch hören und sich Bücher angucken kann, ist dann einer von uns bei den Kleinen gefragt. Da muss er für sich sein.
Das bedeutet der Mittlere ist gerade auch mit seinen vier Jahren der kaum exklusivzeit hat. Das macht sich jetzt gerade auch sehr bemerkbar und wir wollen ihm ganz viel Zeit geben…nur scheitert es jedesmal an den äußeren Faktoren. Momentan wollen die Kleinen auch nicht in die Betreuung und es gibt hier riesen Geschrei morgens.
gefühlt ist immer etwas: einer oder alle krank, Sorgen wegen verschiedener Themen und dann alles drum herum: Arbeit, Haus, Autos.
Wenn ich mir wünschen könnte was ich wollte wäre das Geld, dass wir nah zu meiner Familie ziehen könnten, neue Autos die nicht ständig kaputt gehen, Handwerker die sich ums Haus kümmern und wir gaaaaanz viel Zeit für uns haben.
Wir wohnen auch relativ ländlich, Nachbarn eher älter und kein Interesse an Kontakt, Vereine und Netzwerk eher rar.
uns hilft es sehr uns immer wieder Besuch einzuladen mit möglichst gleichaltrigen Kindern. Das tut gut, entlastet bezüglich der zwei älteren Kinder ist aber natürlich auch immer Aufwand und scheitert wegen Krankheiten u.ä.
Stressbewältigung hört sich gut an. Du hattest ja auch was von Atemübungen gesagt, oder gibt es andere gut umsetzbare Tipps für Laien?
Entschuldige wenn ich nicht auf alles so eingegangen bin. Da ich nur deine erste Nachricht sehe, war das alles so aus dem Erinnerungsvermögen heraus.
Einen guten Start ins We und viele Grüße Kerstin
Hallo Kerstin,
voll schön, dass du dich meldest und mitfühlen kannst was ich geschrieben habe.
Mich beruhigt es ungemein zu hören oder zu lesen, dass auch andere diese Überforderung spüren. In meinem Umfeld gibt es dann doch sehr viele von diesen "perfekten" Müttern, die den Anschein machen, als wäre das Leben immer rosa.
Zu deiner Frage ob wir ein Hilfesystem haben: in Teilen. Meine Schwester wohnt nicht weit entfernt und unterstützt so weit sie kann, allerdings hat sie selber auch drei Kinder. Wahrscheinlich kannst du dir vorstellen wie oft wir Termine finden, wo kein Kind auf einem Geburtstag eingeladen ist, eine Veranstaltung in Schule oder Sportverein hat und, und und.
Unser jüngster ist jetzt 4 geworden und vor 4 Wochen hatten wir mal einen Abend frei und alle drei haben bei der Tante übernachtet. Das war unglaublich toll. Vor allem der Umstand zu wissen, dass es im Notfall funktioniert. Meine Eltern sind leider beide Pflegebedürftig, also eher nicht ein zusätzliches to do und weniger eine Entlastung. Wie ist es bei euch? Habt ihr jemanden der euch entlasten kann?
Mein Mann und ich nehmen uns inzwischen alle 6 Wochen einen Tag gemeinsam frei und nutzen den Vormittag, wenn alle betreut sind für Paarzeit. Die Idee einen Babysitter zu finden und zu bezahlen, der sich um 3 Rabauken kümmert haben wir verworfen.
Grundsätzlich kann ich tatsächlich sagen, dass das Leben seit meinem Eintrag eeeetwas leichter geworden ist, was vor allem dem Alter der Kinder geschuldet ist. Der kleinste ist nicht mehr ganz so wahnsinnig, die Spielzeugflut wird kleiner, die Interessen einfach zu verbinden, der große selbstständiger.
Auch ich hab arg an mir gearbeitet. Ich versuche ruhiger zu bleiben (habe jobbedingt eine Weiterbildung zu Stressmanagement Trainer machen dürfen und hier viel für mich in den Alltag übernommen).
Und trotzdem gibt es Momente in denen ich nach wie vor nicht weiß wohin mit mir und meinen Gefühlen. Wo einfach alles zu viel ist.
Ich glaube es ist soooo schwierig allen Kindern, sich und der Partnerschaft gerecht zu werden.
Wahrscheinlich leidet die Partnerschaft enorm in der Zeit wo die Kinder so klein sind. Hast du das Gefühl ihr als Paar seid euch einig dass es OK ist wenn das gerade etwas hinten runter fällt?
Hier gehen die Meinungen bei uns auseinander. Ich bin froh, wenn alles läuft und wir als Eltern spitze zusammenarbeiten, mein Mann verliert in stressigen Phasen den Kontakt zu mir, funktioniert, aber kann das positive schwer sehen, das finde ich sehr schade.
So, ich widme mich jetzt wieder meinen Wäschebergen und freu mich von dir zu lesen.
Lg
Sarah
Hallo Kerstin,
danke, dass Sie die Forums-Community und insbesondere Sarah an Ihrem Chaos teilhaben lassen. Klar, Sahras erster Beitrag liegt schon eine Weile zurück, weshalb die Thematik und das Leben am Limit grundsätzlich oft Bestandteil des Familienalltags ist. Den Gedanke an ein hilfreiches Netzwerk halte ich -auch wenn er nicht neu ist- immer für lohnend. Denn solch ein Netzwerk ist nichts Statisches, sondern grundsätzlich aus- um umbaufähig. Auch mit dem Alter der Kinder lässt sich das Netzwerk nicht selten verändern und anpassen. In kleinen Schritten immer wieder kleine Auszeit-Inseln schaffen.
Was fällt Ihnen alles ein an guten Netzwerken, welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Machen wir doch mal ein Brainstorming hier, welche Ideen -gerne auch kreativ bis unrealistisch erscheinend 😊- bin gespannt!
Viele Grüße in die Runde,
bke-Lorenz Bauer
Hallo Sarah,
ich sitze gerade auf dem Sofa zwischen all dem Chaos, immer auf dem Sprung nach oben wo einer der Kinder (2, 4 und 6 Jahre, Jungs) schreit und uns braucht und klicke mich hilfesuchend durch die Internetseiten.
Der Titel „Leben am Limit“, die schnelle unkomplizierte Kommunikation haben mich aufhorchen lassen.
Ich fühle so mit dir…wir stecken in einer absoluten Ausnahmesituation und wissen gefühlt nicht mehr weiter. Bei uns steht allerdings die 24/7 Bedürfnisse-erfüllen-Thematik ohne Zeit für sich oder als Paar, die keinem-der-Drei-gerecht-werden-können-Thematik und Sorge um Gesundheit/Alltag/Geld usw. Im Vordergrund. wobei das eine das andere ja bedingt.
So hat aber ja jeder aktuelle Schwerpunkte die sich in den Vordergrund drängen. Ich wäre also sehr an einem Austausch interessiert.
Für all unsere Themen weiß ich nicht mal wo ich anfangen soll und was als erstes besprochen werden sollte…
Wie geht es dir und euch mittlerweile?
Habt ihr ein Netzwerk das im näheren Umfeld wohnt (Großeltern, andere Familie, Freunde, Babysitter, Haushaltshilfe o.ä.)?
Ich bin so müde und gerade erst auf dem Weg der Besserung (14Tage waren hier alle nacheinander und parallel krank),daher nun erstmal ein Starter von mir HALLO zu sagen.
Viele Grüße Kerstin
PS: Ist ja jetzt schon gut 6Monate her bei dir hier.Hoffe du liest das überhaupt.
Hallo Sarah,
ich finde es wunderbar, dass Sie nicht damit hadern in einem "ziemlich unperfekten Haushalt" zu leben, sondern sehen, dass er gerade auf die Bedürfnisse Ihrer Kinder ausgerichtet ist. Und dass Sie auch mit dem ganzen Rest zufrieden sind. Das ist ganz viel wert!
Und: Sie wünschen sich für Ihren Alltag etwas mehr Struktur und dass Ihre Jungs etwas mehr mithelfen, aufzuräumen. Das finde ich sehr nachvollziehbar. Sie haben schon einiges ausprobiert, vieles verläuft sich dann im Alltag wieder. Das kenne ich von uns daheim auch. 😅 Ich denke es ist normal, dass es Phasen gibt, wo es leichter läuft, Routinen aufrecht zu erhalten und Zeiten, in denen das schwerer fällt. Trotzdem kann ich gut verstehen, dass Sie sich nach mehr Kontinuität sehnen. Hilfreich kann es sein, neue Routinen in bereits bestehende Gewohnheiten einzubetten. Also sozusagen eine bestehende Routine um einen weiteren Punkt zu erweitern. Denn das Problem mit neuen Routinen ist, dass wir Gewohnheitstiere sind und das neue Verhalten so lange Energie kostet, bis es zur Gewohnheit geworden ist. Oft werden gute Ansätze dann eben "vom Alltag geschluckt" bevor sie zur Gewohnheit geworden sind.
Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, dass Sie sich als Familie etwas ausdenken, was alle motivieren könnte mitzuziehen. z.B. "Wenn es in den nächsten 10 Tagen 7 Mal klappt, abends zusammen aufzuräumen, unternehmen wir etwas gemeinsam/gibts Schoko-Eis für alle." Was auch immer Ihnen Freude macht! Die Anzahl der Tage kann beliebig angepasst werden. Erfahrungsgemäß ist ein Zeitraum sinnvoll, den die Kinder "überblicken" können. Und das Ziel sollte realistisch erreichbar sein (bei 9 von 10 als Ziel z.B. kann es sein, dass das Experiment am 2. Tag scheitert, weil es eben mal nicht geklappt hat).
Soviel erstmal von mir. Vielleicht haben andere User weitere Ideen und Gedanken?
Viele Grüße,
bke-Ina-Schweizer
Hallo! Danke für die schnelle Antwort, das motiviert mich direkt weiter zu berichten.
Was ich richtig gerne ändern würde ist die Intensität der Verrücktheit die meine Jungs oft an den Tag legen.
Wir leben in einem ziemlich unperfektem Haushalt, weit entfernt von schöner wohnen, eher sehr praktisch und auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet. Ich mag das und trauere keinem super ordentlichen Haushalt hinterher. Trotzdem vermisse ich oft die Struktur. Ich würde mir wünschen, dass ich es schaffe den Jungs näherzubringen, dass einen Sache die gerade benutzt wurde, gern wieder an ihren Platz zurück gelegt werden darf und dass man auch mal ein Kleidungsstück vom Boden aufheben darf, anstatt darauf herum zu trampeln.
Wir haben schon viele Dinge ausprobiert ( jeden Abend gemeinsam aufräumen etc.) aber die meisten Routinen werden dann doch irgendwann vom Alltag geschluckt und dann stehen doch die Eltern Abend vor einem Berg Arbeit und die Zeit zu zweit oder allein fällt hinten runter.
Wie schön erwähnt, ist der Papa viel besser darin über solche Verhaltensweisen hinweg zu sehen, der Arbeitsberg am Abend ist aber um so größer und mir entgleitet die innere Struktur und Ruhe mit zunehmendem Chaos und dem Gefühl von Kontrollverlust.
Was gene so bleiben darf? Der ganze Rest. Wir haben wirklich tolle Jungs und ich will Ihnen einfach eine schöne Kindheit bereiten und vor allem will ich die Zeit mit Ihnen genießen können.
Die Thematik des "Abschalten können"
Empfinde ich als sehr herausfordernd. Ich Versuche es immer mal wieder mit atemübungen, allerdings verschafft mir das auch nur punktuell Erleichterung, ich hätte natürlich das Bedürfnis die "Auslöser" abzustellen.
Liebe Sarah,
ich begrüße Sie herzlich bei uns im Elternforum.
Toll, dass Sie zu uns gefunden haben und sich die Zeit genommen haben um über Ihren Alltag als Eltern zu schreiben!
Hut ab! Sie haben drei Jungs mit nicht so großem Altersabstand und berichten über Chaos, Lautstärke, Regelverbote und und und….Sie würden auch weiter aufzählen. Das glaube ich Ihnen!
„Nie Abschalten zu können“ ist mir besonders aufgefallen und ich glaube, dass es für Sie als Eltern eine wichtige Funktion sein kann, um Ressourcen für diesen wunderbaren Wahnsinn zu haben und immer wieder neu zu tanken. Es gibt, wie Sie schon vermuten, keinen Rezept, weil Ihre Jungs in verschiedenen Altersstufen sind und immer wieder ihre Themen, starke Gefühle, Bedürfnisse, Enttäuschungen und Freuden erleben und Ihnen viel zumuten. AUSHALTEN. Wie geht das bei so Vielem? Es geht immer weiter und Sie werden immer wieder mit Neuem konfrontiert.
Super, dass beide Eltern aktive Eltern sind. Sie und die Kinder kriegen somit Unterschiede zwischen den Eltern mit. Das ist auch wichtig und lehrreich für alle. Auch dass es bei einem lockerer ist als bei dem anderen ist für die Entwicklung bereichernd und für Sie als Mutter vielleicht ein Grund um manchmal etwas Neues auszuprobieren und weniger zu reagieren? Wie sehen Sie es selbst?
Sie haben die Zeit gefunden, um sich hier mitzuteilen und sich zu entlasten. Das ist ein guter Anfang. Sie brauchen auf jeden Fall Energie und diese Fähigkeit das Leben trotzdem zu genießen um für die Kinder genießbar und glücklich zu sein. Nicht leicht!! Das ist mir schon bewusst. Aber wenn Sie hier schreiben, sind Sie vielleicht zu dem Punkt gekommen, etwas anders machen zu wollen und mehr zu sein anstatt nur noch zu funktionieren. Nicht leicht in so einem Alltag wie bei Ihnen mit drei Kids.
Was würden Sie gerne verändern und was kann so bleiben?
Ich wünsche Ihnen einen tollen und hilfreichen Austausch, sowie ganz viel Kraft und hoffentlich eine Pause im Sommer!!!
Freundliche Grüsse
bke-Kira-Morgenthal